Mit einem neuen Format startete Roland Zschorn aus dem BSV-Landeslehrteam Skitour einen erfolgreichen Testballon. Der Lehrgang richtete sich in erster Linie an Teilnehmer, die ihre Kenntnisse in diesem Bereich auffrischen bzw. festigen wollen. Auch für Teilnehmer, die Disziplin fremd ihre Lizenz verlängern wollten, waren an diesem Wochenende richtig aufgehoben. Der Fokus lag an diesem Wochenende nicht in erster Linie darauf, möglichst viele Höhenmeter abzuspulen. Vielmehr ging es an den 2 Tagen darum, essenzielle Punkte zu vertiefen, die bei einer ordentlichen Tourenpl anung berücksichtigt werden müssen. Auch die Sensibilisierung auf die möglichst genaue Einschätzung der Gefahren im ungesicherten Gelände spielte eine wichtige Rolle. Der Freitagabend startete mit einem Theorieteil. Die Tour für den Samstag wurde unter Zuhilfenahme der „Skitourenguru“ geplant. Die hilfreichen Funktionen des Planungstools wurden im Praxisbeispiel erklärt und offene Punkte hinterfragt. Es wurde sowohl auf die Tourensuche als auch auf die Möglichkeit der freien Planung eingegangen. Die Teilnehmer waren von der Leistungsfähigkeit des Tools, vor allem von der Berücksichtigung des aktuellen Lawinenlageberichtes beeindruckt. Als weiteres Hilfsmittel stand die DSV Planungs- und Entscheidungshilfe Tour (Version 0.2) zur Verfügung. Samstagfrüh ging es dann um 8:45 Uhr Richtung Obernberg am Brenner mit grobem Ziel, dem Portjoch. Sonnig, aber frisch war’s, mit einer ordentlichen Portion Wind. Die Tour wurde geführt von Susa, einer Instruktor-Anwärterinnen. Auf dem Weg vorbei am Obernberger See und der Seealm wurde immer wieder die Lawinenlage beurteilt und auf mögliche Gefahren, Auswirkungen und Maßnahmen eingegangen. Aufgrund der Wetterlage und den eisigen Temperaturen ging es unterhalb des Hohen Sattels über die Steineralm zurück zum Ausgangspunkt. Direkt nach dem Abendessen folgte ein weiterer Theorieblock, in welchem die Erkenntnisse der Tour nochmal aufgerollt wurden. Außerdem wurde die Verwendung der LARA-App demonstriert und deren Funktionsweise gezeigt, welche eine gute Ergänzung zur vSSD der DSV-Taschenkarte darstellt. Weiterhin wurde das ORTOVOX SAFETY ACADEMY 3D MODELL erklärt und die 30° Methode geübt. Mit den Erkenntnissen des Tages wurde dann die Tour für den nächsten Tag geplant. Sonntag früh ging es ins Navis-Tal. Auch wenn die Schneelage bei der Anfahrt nicht viel versprach, angekommen am Startpunkt Grünhöfe war’s dann doch genügend Unterlage und vor allem herrschten wesentlich mildere Temperaturen als am Tag zuvor. Vom Parkplatz aus führte uns Johannes, ein weiterer Instruktor-Anwärter. Auf dem Weg zum Ziel auf knapp 2.200hm wurde nochmal ein Blochtest gegraben und bei dieser Gelegenheit die verschiedenen Methoden der Gefahrenbeurteilung miteinander verglichen und hinsichtlich Praxistauglichkeit bewertet. Glücklich aber auch erschöpft klatschten alle mit einem „Berg Heil“ ab und machten sich an’s Umziehen, Abfellen und Regenerieren vor der Abfahrt. Gerade die Kombination aus Wiedereinsteigern, Profis und in Ausbildung befindlichen Teilnehmern schafft einen unglaublichen Mehrwert. Dass dann unsere Anwärter an diesem Wochenende auch noch ihre Lehrprobe bestanden haben, war das Zuckerl für alle oben drauf!